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Azerca: Offene und konstruktive Podiumsdiskussion zu EPT

(ZVG/Azerca) Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR: Packaging and Packaging Waste Regulation) trat Anfang 2025 in Kraft und wird im Wesentlichen ab dem 12. August 2026 gelten. Über die wichtigsten Änderungen für die Beteiligten wie erweiterte Kennzeichnungspflichten und Wiederverwendungsregulierung informierte Dr. Hans Joachim Brinkjans die Mitglieder der Azerca bei der Wintertagung am 1. Dezember in Sonthofen. Der stellvertretende ZVG-Generalsekretär und Umweltexperte erläuterte auch die PPWR-Mehrwegregelungen bezüglich der Mehrwegpaletten. Es wird u.a. eine 100 %-Quote der Mehrweg-Transportverpackungen für den B2B-Verkehr innerhalb eines Mitgliedstaates und zwischen Unternehmensstandorten in der EU bis zum 31. Dezember 2029 verlangt.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierte als Vertreter der Produzenten Tobias van Leuven, Gartenbaubetrieb van Leuven GbR in Geldern, mit Dr. Hans Joachim Brinkjans, ZVG, Marius Huschka, Bereichsleiter Vertrieb der Landgard BP GmbH, und Dirk Bansemer, Geschäftsführer der Euro Plant Tray GmbH.

Die Verordnung wird EU-weit für alle Mitgliedsländer gelten und umgesetzt werden müssen und wird das Volumen des Verpackungsmülls erheblich reduzieren, so Brinkjans. Van Leuven, der schon im Betrieb mit der Mehrwegpalette arbeitet, berichtet, dass die Umstellung einfacher als gedacht war. Das höhere Gewicht wirkt sich bei der Arbeit aber aus. Die über 70 Teilnehmer der Tagung stellten viele Fragen zu u.a. Rückgabeorten, Zählung der Paletten, Hygienisierung, Paletten für unterschiedliche Topfgrößen, Label/RFID.

Dass auch für die Hochsaison genug Paletten bereitstehen werden, nimmt Huschka als sicher an. Die Mehrwegpaletten im Mietsystem werden preislich nicht günstiger als Einweg sein. Bansemer sieht aber die Chance, durch die steigenden Produktionsmengen die Preise zu verringern. Zudem hat die Genossenschaft vorrangig keine Gewinnerzielungsabsicht, sondern den Förderzweck, dem Markt ein praktikables Mehrwegsystem für den Pflanzentransport zur Verfügung zu stellen.

Bansemer sieht es als sehr positiv an, dass sich die Branche frühzeitig auf die ab 2030 geltende Verordnung vorbereitet und schon jetzt beginnt, die ca. 100 Mio. benötigten Paletten in verschiedenen Ausführungen zu produzieren. Weitere Varianten der Paletten werden noch entwickelt. Das Netzwerk wird mindestens so umfangreich aufgestellt werden wie das von CC-Karren, versichert Bansemer. Auch mit Partnern in den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Österreich und Italien gibt es bereits Abstimmungsgespräche. Schweizer und norwegische Partner wollen sich freiwillig an dem System beteiligen.

Die Praxis braucht klare Leitplanken für die finanzielle Kalkulation und organisatorische Anpassung an das neue System. Alle Beteiligten sind in der unumgänglichen Umstellung auf Mehrwegtrays auf ein pragmatisches und kooperatives Vorgehen auf allen Handelsstufen angewiesen, war am Ende der Diskussion deutlich. Der Azerca-Vorsitzende Matthias Küppers dankte allen Beteiligten an der Diskussion für den offenen Austausch und sicherte zu, die Herausforderung gemeinsam und konstruktiv zu begleiten.

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