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Staudensortimente trotz Klimawandel – Praxisaustausch bei den ISU-Future Days

(ZVG/ISU) Welche Staudensortimente dem Klimawandel langfristig standhalten können, stand im Mittelpunkt der Future Days der International Hardy Plant Union (ISU). Insgesamt 70 Gärtner, Landschaftsarchitekten, Umsetzer und Staudenliebhaber aus 14 Ländern Europas trafen sich Mitte Oktober in Prag. Der erste Tag der Konferenz stand im Zeichen des Klimawandels. Der tschechische Referent Petr Hanzelka vom Botanischen Garten in Prag stellte eine Auswahl mediterraner und nordamerikanischer Präriepflanzen vor, die im kommenden wärmeren Klima besser gedeihen könnten als die jetzigen. Er hat diese seit langem sowohl in ihrem natürlichen Lebensraum als auch im Botanischen Garten in Prag-Troja getestet und beobachtet. Als sehr trockenheitstolerante Stauden nannte er u.a. Aster sericeus, Muhlenbergia capillaris, Allium ‚Millenium‘ und – vielleicht überraschend – Heuchera pulchella. Hanzelkas Beschreibungen wurden bei einem späteren Rundgang durch den Botanischen Garten mit den wunderschön blühenden Bereichen der nordamerikanischen Prärie und den mit mediterranen Staudenarten bepflanzten einjährigen Beeten veranschaulicht.

James Hitchmough, Professor an der Universität von Sheffield in Großbritannien, startete mit der Aussage: „Wir bewegen uns alle in Richtung Äquator. Im Jahr 2070 wird Budapest klimatisch auf dem Niveau des heutigen Südgriechenlands liegen.“ Hitchmough und seine Doktoranden verglichen die Kataloge von Howard Nurseries und Beth Chatto Nurseries anhand des Wasserbedarfs der Taxa und stellten fest, dass sich das Angebot in 30 Jahren nicht verändert hat. Er riet daher „Lassen Sie den Standort das Design bestimmen! Zwingen Sie das Design nicht dem Standort auf.“

Um die biologische Vielfalt zu erhalten, schlug John Little aus dem Vereinigten Königreich vor, Entomologen bei der Umsetzung und Gestaltung neuer Lebensräume hinzuzuziehen. Er stellte auch in Frage, ob es ökologisch sinnvoll ist, Mutterboden von einem anderen Standort auf eine Pflanzfläche aufzubringen. Er riet dazu, Substrate zu bevorzugen und betonte, dass eine größere Vielfalt an Materialien – von zerkleinertem Bauschutt bis hin zu Abfällen der Zuckerindustrie – mehr Lebensraum und eine größere Artenvielfalt mit sich bringt.

In einem kurzen Vortrag über Startup-Unternehmen aus der Tschechischen Republik sprach Jakub Hamata über den Anbau von Blattgemüse mit Hilfe der Abwärme von Computern. František Hába von der Blumenfarm Loukykvět zeigte, wie sie in Mšecke Žehrovice seit sechs Jahren biologisch gärtnern und es geschafft haben, nicht nur Einjährige und Stauden für den Schnitt anzubauen.

Foto: ISU
Redner und Organisatoren der Tagung: hinten, v. l.: Jakub Hamata, Theo Villier, Frans van Wanrooij, Stan Beekmanns, Sven Straeten, Herbert Vinken, Mirjam Vogt, John Little, František Hába. Vorn v.l.: Aad Vollebregt, Tomasz Michalik, Jana Holzbecherová, Nico Rijnbeek. Die Redner James Hitchmough and Christoph Hokema fehlen.
Foto: ISU
Der Brite James Hitchmough plädierte eindringlich dafür, die Sortimente auf die anstehenden Veränderungen anzupassen und die Standortbedingungen als Grundlage für Pflanzenplanungen zu verwenden.
Foto: ISU
Trockenheitstolerante Pflanzen werden für die Stadtbegrünung europaweit immer wichtiger. Seit Jahren testet der Botanische Garten in Prag dementsprechende Sortimente, die bei der Exkursion besichtigt wurden.

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